Journalisten in Aktion

Ethik in den Medien

Das Forschungsprogramm »Journalistische Ethik« dreht sich nicht um Fragen der Moral, auch nicht um allgemeine Prinzipien. Es untersucht vielmehr konkret die für das Orientierungssystem Journalismus wesentlichen Rahmenbedingungen und Einflussgrößen. Die Forschungsarbeitern analysieren den Begründungsrahmen für journalistische Handlungsmuster. Hierzu wird eine Didaktik entwickelt, mit der Entscheidungsdilemmata durchgespielt und Lösungen für die Journalistenaus- und die Weiterbildung aufgezeigt werden.

Zwei Forschungsprojekte in Form von Promotionsarbeiten:

1. Unser aktuelles Bild fremder Kulturen am Beispiel Afrika:
Im Zusammenhang mit den aktuell weltweit aufbrechenden interkulturellen Differenzen und Konflikten steht Lutz Mükkes Dissertationsprojekt. Er untersucht – betreut von Professor Michael Haller – die Rolle der Auslandskorrespondenten, deren Arbeitsumfeld und ihre institutionelle Einbindung in die Heimatredaktionen. Im Spannungsbogen zwischen strukturellen Erwartungen, interkulturellen Kommunikationshürden und faktischen Arbeitsbedingungen sollen die Handlungsmuster und -leistungen der Korrespondenten analysiert und in den normativen Funktionsrahmen eingeordnet werden. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt dabei auf den Korrespondenten und Korrespondentenstandorten in der Subsahara Afrikas.

Zum Ergebnis der Forschung.

2. Wie unabhängig arbeiten Journalisten und Medienredaktionen?
Journalismus lebt von seiner Glaubwürdigkeit – als eine ihrer Voraussetzungen gilt die journalistische Unabhängigkeit als normativ wirksames Leitbild unbesehen der Frage, wie weit es verwirklicht ist.
Journalisten sehen sich derzeit ökonomischen und politischen Pressionen ausgesetzt. Unter der Medienkrise der vergangenen Jahre stieg der Einfluss von Public Relations und Anzeigenkunden auf die Redaktionen. Auch sind durch Fusionen und Übernahmen internationale Medienkonzerne entstanden, deren mächtige Eigentümer ihre Redaktionen benutzen, um politisch und/oder wirtschaftlich Einfluss zu gewinnen. Rupert Murdoch und Silvio Berlusconi sind die bekanntesten Beispiele, und sie bilden nur die Spitze des Eisbergs. Ein Ziel dieser von Prof. Dr. Michael Haller betreuten Untersuchung ist die Ermittlung von Konzepten, die in demokratischen Gesellschaften die journalistische Unabhängigkeit auch langfristig sichern können.


»Selbstregulierung oder Fremdsteuerung?
Perspektiven der journalistischen Berufsethik
«
Ein Beitrag von Michael Haller auf dem Symposium »Medienwissenschaft« an der Universität Bern am 23. Januar 2010 zur Emeritierung von Prof. Dr. Roger Blum (als PDF).


Kontakt
Prof. Dr. Michael Haller
E-Mail: haller@uni-leipzig.de
Telefon: 0341-97-35750
Fax: 0341-97-35799

Letzte Aktualisierung: 9. Februar 2010