
Michael Haller und Lutz Mükke geben den Forschungsband »Zum Wandel der ostdeutschen Medienlandschaft seit dem Untergang der DDR« heraus.
Es war kein Sprung in die Freiheit: Der Übergang von der staatlich gelenkten zur staatsfreien Presse deutete sich in der DDR schon vor dem Fall der Mauer an. Viele ostdeutsche Journalisten wollten das freie Wort – und mussten dann mühsam lernen, wie man Pressefreiheit, Publikumswünsche und Medienökonomie zusammenbringt.
Seit 1993 beobachteten Medienwissenschaftler des Lehrstuhls
Journalistik an der Universität Leipzig, ob und wie sich die
Berufsrolle der Journalisten unter dem Leitbild der Pressefreiheit und
dem Zwang des Marktes veränderte, wie ein neuer Typ des
Konformismus entstand und wie die regionalen Monopolzeitungen
publizistischen Mainstream erzeugten. Sie registrierten aber auch die
vielen Versuche und Ansätze zu einer unverblümt-offenen
Publizistik.
Jeder der 13 Beiträge untersucht wichtige Fragen des
Rollenwandels: Wie agierten die aus Westdeutschland eingetroffenen
Chefredakteur? Wie denken Ressortleiter, die schon zu DDR-Zeiten in den
SED-Blättern Ressortchefs waren? Wie behandelten ostdeutsche
Redakteure den Zulauf, den rechtsradikale Gruppen fanden? Wie kam es
zum Fall Sebnitz? Wie erklärt sich der Erfolg der Super-Illu? Und:
Welches Bild zeichneten westdeutsche Medien von den Menschen im Osten?
Dieses Buch gibt wissenschaftlich gesicherte Antworten auf die Frage
nach Mentalitäten, Normen und Regeln, die den gesellschaftlichen
Diskurs Ostdeutschlands prägen.
Michael Haller / Lutz Mükke (2010): Wie die Medien zur Freiheit kamen. Zum Wandel der ostdeutschen Medienlandschaft seit dem Untergang der DDR. Köln: Herbert von Halem Verlag
Letzte Aktualisierung: 22. Dezember 2010